Peter Welk – Gedichte und Geschichten

Träumefuttern

Ich guck nur, weil Sie gucken.

Ich schlafe eigentlich.

Wie Möpp, der Kater, kann ich locker spucken

Auf Stunden und Sekunden,

Uns ist die Zeit egal.

Dem Tag folgt allemal die Nacht, na und?

Kein Grund,

Den Lauf der Welt in Happen kleinzudenken.

Wir haben

Zeit zu verschenken!

Zeit zu verschenken!

Scheint noch die Sonne draußen?

Oder schneits?

Hat unser Mensch bereits

Sein Tannenbäumchen bunt gemacht?

Aufs Jahr gelacht, das grade war?

 

Und fängt ein neues an

Mit rosarot umgaukelten

Von Zuversicht umschaukelten

Gedankenpurzelbäumeklettertouren?

Guckt unser Mensch schon wieder auf die Uhren,

Die für ihn ticken, die ihn weiterschicken

Die Jahre lang? Was so kein Hund versteht,

Weil Hund nicht nach Kalenderblättern geht,

Hundsein geht anders. Katersein geht auch

Ganz anders.

Nee, Kalender,

Nee, sowas müssen wir nicht haben,

Der Möpp und ich,

Wir können schlafend lange Wege traben

Und Zeit verbuttern

Beim Träumefuttern.

 

(c) Peter Welk