Peter Welk – Gedichte und Geschichten

Spiegelgespräch

Na, was sagst du? Ist das ein Gesicht?

Wie das Leben da die Zeichen einschlug,

Wie sich Schöpferlaune fortgestaltend eintrug,

Wie – wie sagt mans? – wie der Mund zum Munde spricht.

 

Achtzig Jahre spiegeln diese Zeichen,

Achtzig Zeitenschnitte fügen sich zum Bild,

Faustens Träne, wenn man näher hinsieht, quillt

Achtzigmal die Wange abwärts. Unsresgleichen,

 

Weint und jubelt, weil es stirbt und wird,

Muss aus Zeiten sich und Häuten streifen,

Kann zu traumumflossner Blüte reifen

Und bleibt immer doch ans Leben angeschirrt.

 

Uns die Krone! Uns Beleuchtung, bitte!

Ihm und mir! Wir sind das Paar der Stunde!

Achtzig Jahre wuchern unsre Pfunde,

Achtzig Ewigkeiten sind wir jetzt im Bunde

Mit uns selbst – und von der Welt umlungert,

Die bewundernd uns entgegenhungert.

 

(c) Peter Welk

Hintergrund-Blues Stefan Ulbricht live

Theaterlithografien Honoré Daumier