Peter Welk – Gedichte und Geschichten

Silvestersüße

Ich steh auf Süßes. Mehr verrat ich nicht.

Nicht, wer ich bin, nichts über meine Seele,

Und dass ich manchmal Hustenbonbons stehle –

Es sind noch fünf Minuten, mehr verrat ich nicht.

 

Gleich wird es wieder zwölfe schlagen,

Und mit dem letzten Schlag durchzuckt mich dann ein Kieks,

Noch ist es eingewickelt, doch ich weiß, ich kriegs,

Mehr will ich zu der Sache noch nicht sagen.

 

Ich hoffe auf ein Leben ganz aus Zucker,

Auf einen Miezeprinz und Sirupschlucker,

Ich hoffe auf ein neues Jahr im Zimt,

Und dass im neuen Jahr die Liebe stimmt.

 

Ich hoffe. Und ich warte. Wenns gleich blitzt,

Wenn gleich die Menschheit auf Rosinenwolken sitzt,

Schlag zwölf, wenn die Kanonenböller platzen,

Dann kommt der große Augenblick für Sehnsuchtskatzen.

 

Ich warte. Halt mich noch zurück. Ich brüte aus.

Verlangen treibt ganz sacht wie eine Blüte aus.

Gleich schlägt es zwölfe – und ich pack die Tüte aus!

 

(c) Peter Welk