Peter Welk – Gedichte und Geschichten

Lieber Gott, warum – ich wüsst es gern –

Hast du mich in diese Welt geschickt?

Jagst mich runter von dem Glitzerstern,

Hast mich aus dem Hort der Seligen gekickt.

 

Treibst mich durch die Jahre, machst mich alt,

Schweigst, wenn ich nach Hauptgewinnen frage,

Lässt mich, wie ich bin, auch zugeknallt –

Branntweinmäßig. Lieber Gott, ich schlage

 

Vor: Ich geh dir künftig aus dem Blick.

Dein Gelauer oben runter stört mich sehr.

Hockst mir, alles besser wissend, im Genick.

Lässt mir keine Luft zur Gegenwehr.

 

Du, ich werde mich von nun an wehren.

Gegen dich und deine Vormundschaft.

Meine Pläne reifen noch im Ungefähren,

Aber bald erlebst du sie als dauerhaft.

 

Losgelassen streif ich dann durchs Leben

(insofern hat sich der Kick dann doch gelohnt),

Bald benehm ich mich aus eigner Kraft daneben,

Denn der Himmel ist für mich jetzt unbewohnt.

 

Lieber Gott, was hältst du von der Sache?

Sagst dus meiner Frau, wenn sie mich sucht?

Bleibst du mir gewogen, wenn ichs mache?

Bleib ich auf Verdacht bei dir gebucht?

 

(c) Peter Welk

Sanchos Ballade

Song aus Don Quichote im Blau