Peter Welk – Gedichte und Geschichten

Roxane, meine Schöne, du, ich konnte

Nicht länger warten,

Du, ich flieg schon mal voraus,

Gestern Abend warst du alles,

Warst die Sehnsucht, warst die Zeit,

 

Hinter allen Zeiten warst du,

Und beim Wolkenschieben warst du

Aller Unsinn, alle Schönheit,

Du, ich fliege eine Acht –

 

Unter mir schwimmt eine Insel,

Flieg ich weiter, flieg ich tiefer,

Alle Farben seh ich unten,

Farben, die ich noch nicht kenne,

 

Ach, Roxane, meine Schöne,

Seh ich dich da unten wedeln

Mit den Händen, meine Schöne?

Du, ich fliege erst mal weiter,

Immer weiter, immer weiter ….

 

Irgendwo lass ich mich tief und tiefer fallen,

Und dann lieg ich zwischen Muschelkalk und Quallen.

Irgendwo malt mir die Sonne einen Fleck

In den Sand, dort bleib ich, oder ich lauf weg.

 

Irgendwo bin ich vielleicht nach links gebogen,

Oder hab mich an Lianen hochgezogen.

Irgendwo erwartet mich ein Inselstück,

Und dort sitz ich dann eventuell im Glück …

 

(c) Peter Welk

(Foto Berthold Besler)

 

Roxane

Song aus Weit übers Meer und dann links