Johann Peter Hebel

Peter Welk – Gedichte und Geschichten

Die schönste Geschichte der Welt

Johann Peter Hebel, ein Südbadener, Theologe und Lehrer – die Zeitgenossen schätzten ihn als den bedeutendsten Dichter alemannischer Mundart – er hat die schönste Geschichte der Welt geschrieben; der Philosoph Ernst Bloch war dieser Meinung. Recht hatte er, der Herr Bloch. Und so fängt die Geschichte an:

 

"In Falun in Schweden küsste vor guten fünfzig Jahren und mehr ein junger Bergmann seine junge hübsche Braut und sagte zu ihr: »Auf Sankt Luciä wird unsere Liebe von des Priesters Hand gesegnet. Dann sind wir Mann und Weib und bauen uns ein eigenes Nestlein.« – »Und Friede und Liebe soll darin wohnen«, sagte die schöne Braut mit holdem Lächeln, »denn du bist mein Einziges und Alles, und ohne dich möchte ich lieber im Grab sein als an einem andern Ort.« Als sie aber vor St. Luciä der Pfarrer zum zweiten Male in der Kirche ausgerufen hatte: »So nun jemand Hindernis wüsste anzuzeigen, warum diese Personen nicht möchten ehelich zusammenkommen«, da meldete sich der Tod. Denn als der Jüngling den andern Morgen in seiner schwarzen Bergmannskleidung an ihrem Haus vorbei ging, der Bergmann hat sein Totenkleid immer an, da klopfte er zwar noch einmal an ihrem Fenster und sagte ihr guten Morgen, aber keinen guten Abend mehr. Er kam nimmer aus dem Bergwerk zurück, und sie säumte vergeblich selbigen Morgen ein schwarzes Halstuch mit rotem Rand für ihn zum Hochzeittag, sondern als er nimmer kam, legte sie es weg und weinte um ihn und vergaß ihn nie …

 

 

Hier kann man die Geschichte weiterlesen   >>>

 

Hier erzählt Peter Welk die Geschichte

Live-Mitschnitt 2014   >>>

 

 

Und noch einmal live:

Hebels ganz wunderbare kleine Erzählung

Kannitverstan  >>>

 

Johann Peter Hebel (1760 – 1826)  Bild Wikipedia