Peter Welk – Gedichte und Geschichten

Franz, du musst!

Siehts der Mond auch jeden Abend,

Guckt er doch zum Fenster rein,

Drinnen flackert rot die Lampe,

Und man wechselt einen Schein.

 

Eine Hose wird in Falten

Über einen Stuhl gelegt,

Während sich ein tiefer Seufzer

Zwischenmenschlich fortbewegt.

 

Eine Spinne lässt sich fallen,

Und ein Seidenfummel fällt,

An der Wand im Schnörkelrahmen

Guckt ein Engel in die Welt.

 

Eine Fülle von orangen-

farbener Verkäuflichkeit

Legt sich auf das Vorgeprüfte

Und erwartet den Bescheid.

Ein Gebet auf schmalen Lippen

Wird im Himmel überhört,

Und ein Schicksal steht im Zimmer

Irgendwie herum und stört.

 

Ein ermunterndes: "Was ist denn!"

Aus der Ecke mahnt zur Lust,

Und das Schicksal fährt zusammen

Und entscheidet: "Franz, du musst!"

 

Siehts der Mond auch jeden Abend,

Guckt er doch zum Fenster rein.

Drinnen fällt beherzt ein Schicksal

Auf ein anderes herein.

 

(c) Peter Welk

Grafik: Steffen Knopek