Peter Welk – Gedichte und Geschichten

Don Quichotte beschließt an einem kalten

Winterabend, sich in seinen alten

Brockhaus, zwanzigbändig, einzublättern,

Aus Alltäglichkeiten fortzuklettern,

 

(Zu vergessen, dass er an Migräne leidet,

Dass der Nachbar ihm den Goldfisch neidet)

Um sich am Geschriebnen hochzuhangeln,

Dorthin, wo die Genien tingeltangeln.

 

Und er blättert heftig sich hinein in Einsteins

Blau umwölktes Traumgespinst des Einsseins

Mit den Dingen, welche hinter allen Dingen

Sich zum Kosmischen zusammenzwingen.

 

Auch von Cäsar, der am Limes schlendert,

Welten durchzählt und die Augen rändert,

Lässt der Blätternde sich gern umgaukeln

Und in fernere Gefilde schaukeln.

 

Als aus Winterabend – Nacht geworden,

Trifft sich Don Quichotte mit Hunnenhorden,

Baut gedanklich eine Zeitentreppe,

Rückwärts führend Richtung Hunnensteppe,

 

Und dort lässt er sich, umringt von allen

Hunnen, auf den Steppenboden fallen,

Ganz und gar erschöpft vom Weltenwenden,

Und beschließt, als Hunnengott zu enden.

 

 

(c) Peter Welk

 

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